Miami Art - Die Kunstszene in Miami

Die Kunstszene in MIAMI

Vor noch gar nicht all zu langer Zeit galten Miami sowie Miami Beach nicht gerade als Magnet für kulturell Interessierte, vor allem, was Museen und Kunstevents betraf . Wer hierher kam besuchte Sehenswürdigkeiten wie den Art Deco District in South Beach, das Miami Seaquarium und vielleicht noch Little Havanna oder nutzte die Stadt als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Everglades und zu den Florida Keys.

Die Veränderung begann in den späten 90er Jahren hin zur Jahrtausendwende, als sich in dem eher heruntergekommenen Viertel Buena Vista, heute durch den Design District bekannt, zunehmend Kreative, Galerien und Boutiquen ansiedelten. Viel an der Aufwertung des Gebietes ist dem Projektentwickler Craig Robins zuzuschreiben, dem Gründer und Geschäftsführer von Dacra, einer innovativen Immobilienanlagegesellschaft, die bereits maßgeblich an der Revitalisierung von Miamis South Beach mit dem Art Deco District beteiligt war. Er kaufte große Teile der damals maroden und leerstehenden Gebäude des halb aufgegebenen Viertels Buena Vista und gewann Top Designer wie beispielsweise Alison Spear, Holly Hunt und Peter Page, diese ehemalige no go area neu zu beleben und innerhalb eines Jahrzehnts in eines der bedeutendsten Zentren für Spitzendesign, Mode und Kunst zu verwandeln.

Sein sehr erfolgreiches Konzept ist eine Mischung von Kultur und Kommerz, von Design, Gastronomie, Galerien und Fashionshops der Top Liga, die ein kaufkräftiges Publikum anziehen und durch vielfältige Veranstaltungen flankiert werden. Selbst Kunstsammler und Mäzen, rief er die Miami Design ins Leben und dank seiner guten Kontakte gelang es ihm, die Art Basel nach Miami Beach zu holen und dieses jährliche Ereignis zu einem Erfolg werden zu lassen, der den Standort zu einem der weltweit wichtigen Plätze für Liebhaber von Kunst und Design macht. 

Miami Fotos - MIAMI ART DECO

Dass die angrenzende Neighborhood Wynwood einen ähnlichen Aufschwung nahm verdankt sie Aktivitäten, die untrennbar mit dem Namen des 2013 verstorbenen Tony Goldman verbunden sind. Goldman, auch er ein Projektentwickler der visionäre Konzepte mit gleichzeitiger Bewahrung historischer Bausubstanz zu vereinbaren wusste und der bereits ähnliche Projekte in in Miami South Beach (SoBe) realisiert hatte, gut zu sehen in der Gegend 5th Street und Ocean Drive, erkannte das Potential von Wynwood, mit seinem heruntergekommenen Warehouse District. Es wurde zu einer seiner größten Herausforderungen. Das Viertel zog wegen seiner Lage und den billigen Mieten Künstler an, blieb aber Nachts eine öde und unsichere Gegend. Neben der Belebung durch Restaurants wie das Joey's an der Ecke NW 25th St./ NW 2nd Av. rief er die sogenannten Wynwood Walls ins Leben, eine Art permanenter Kunstinstallation, an der sich die bekanntesten Namen der Graffittiszene, wie die Japanerin Aiko oder der New Yorker Futura, beteiligten und so eine neue Attraktion schufen. Graffitti und Streetart begegnet man überall an den Hauswänden in Wynwood, so dass man den ganzen Tag hier verbringen kann, ohne sich zu langweilen. 

Überhaupt findet der kunstinteressierte Besucher nun ein Angebot vor, das an Vielfalt und Qualität kaum noch Wünsche offen lässt und das gilt sowohl für Liebhaber von Museen und Ausstellungen als auch aktive Sammler und Käufer von Kunstwerken aller Preislagen. Unter Liebhabern moderner Kunst bekannt sind das Museum Of Contemporary Art (MOCA) mit seinem umfangreichen und qualitativ hochwertigem Bestand und das Bass Museum of Art, wer Weltkunst aller Zeiten bevorzugt, sollte das Lowe Art Museum und das Frost Art Museum besuchen, das absolut sehenswerte Vizcaya Museum beeindruckt mit seinen Gärten und Skulpturen von der Antike über Renaissance und Barock bis zur Gegenwart.

ART BASEL & Pérez Art Museum Miami

Erst 2013 eröffnete, fast zeitgleich mit der Art Basel, das Pérez Art Museum Miami, auch kurz PAMM genannt, das moderne Kunst zeigt und bereits mit einer viel beachteten Ai Weiwei Werkschau seine Klasse unterstrich. Der auch architektonisch beeindruckende 220 Mio $ Bau ist nach dem Mäzen Jorge Pérez benannt, der neben finanzieller Unterstützung auch einen Teil seiner Sammlung zur Verfügung stellte. Einer der Sammlungsschwerpunkte ist dabei die zeitgenössische Kunst Süd- und Zentralamerikas.

Neben den Museen sind heute Kunstmessen wie die Art Basel und zahlreiche Galerien und Künstler in Miami beheimatet die von Graphik und Malerei, Skulptur, Plastik und Fotografie bis zu genreübergreifender Multimedia Art national und international alles abdecken, was man sich nur vorstellen kann. Stellvertretend sei hier nur Romero Britto genannt.
Er gehört sozusagen zu den Künstlern der ersten Stunde, der seit 1987 in Miami lebt und der mit seiner farbenfrohen Neo-Pop Art weltweit Bekanntheit erlangte. 2005 wurde er sogar zum Kunstbotschafter Floridas ernannt. In der Lincoln Road in Miami South Beach befindet sich heute, unweit des Art Center South Florida, Romeros Galerie und Showroom, eine Anlaufstelle für die vielen Fans seiner Werke, die hier auch ihre Erwerbungen auf Echtheit prüfen lassen können.

Doch Miami ist auch die Wahlheimat vieler anderer Künstler, die alle hier aufzuzählen jeden Rahmen sprengen würde. Hat man keine speziellen künstlerischen Vorlieben, entdeckt man am besten die Überraschungen, die sich während eines Bummels ganz von selbst bieten, denn kunstfreie Räume gibt es im quirligen Miami der Gegenwart kaum. Wer dagegen genau weiß, was er will, findet es hier mit Sicherheit, die Mitarbeiter von Galerien und Museen sind ein guter Anlaufpunkt um das Ziel einzugrenzen.

isberg17 floridajournal

Dieses Video ist in einer Zusammenarbeit von LG mit Britto entstanden
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