"... Es ist keine leichte Aufgabe den heranwachsenden Kindern, in einer Zeit, wo Technologie und Fortschritt herrscht, die alte Kultur und den Ursprung ihrer Wurzeln nahe zu bringen und wo sich keiner mehr Gedanken um überlebenswichtige Dinge machen muss. ..."

 Historisches Florida  

Die „Seminolen“

ein Indianerstamm in den Everglades, der sein Land und heutigen

Wohlstand hart erkämpfen musste!

Das Wort „Seminole“ ist eine Ableitung des spanischen Wortes „cimarron“, was wilder Mann bedeutet.
Den Seminolen wurde vor langer Zeit dieser Name gegeben, als sie von der Sklaverei britisch kontrollierter Colonien nach Florida flohen. Ursprünglich waren es „Creeks“, Indianer des Muskogee Stammes in welchem sich noch viele andere Indianerkulturen mischten.

Die Seminolen kamen deshalb nach Florida, weil damals das Land von den Spaniern überwacht war und diese kein Interesse hatten, die indianischen Sklaven an die Briten zurückzugeben. Zu diesem Zeitpunkt hat sich, durch kleinere Kriege mit den Spanieren und ihre eingeschleppten Krankheiten, die Zahl der Indianer in Florida von ca.100 000 auf nur noch 50 reduziert.
Die Überlebenden gingen auf die Jagd und erlegten vorwiegend Wild, sammelten Früchte, Nüsse, Beeren und wurden exellente Farmer. Bauten Mais, Zuckerrohr, Bananen und Guaven an. Sie mixten aus einheimischen Kräutern medizinische Säfte und sie waren ebenfalls sehr erfolgreich in der Pferde- und Rinderzucht.

1812 haben die Seminolen erfahren, dass eine Gruppe von Georgiern vorhatte, sie anzugreifen, was den Seminolenstamm veranlasste diese auf ihren Plantagen anzugreifen. Das führte zu Unmut in der Regierung, was einen Angriff durch amerikanischer Truppen zur Folge hatte. Diese Angriffe zerstörten alle Dörfer und Siedlungen. Von den 337 Männer und Frauen überlebten noch 31 diesen Anschlag, wovon die meisten wieder der Sklaverei zum Opfer fielen. Dazu kam, das im Jahre 1819 Florida von Spanien an die Vereinigten Staaten abgetreten wurde, die viel mit diesem neuen Land vorhatten.

Sie verbannten die Seminolen in ein Reservat in die Mitte des Landes. Der „Indian Removal Act“ war die Grundlage zur Vertreibung alle Stämme östlich des Mississippi nach Arkansas und Oklahoma. Ein langer Marsch, dem durch Kälte, Hunger und Krankheiten viele Indianer zum Opfer fielen. Nur ein Stamm wehrte sich gegen die Vertreibung erfolgreich und das waren die Seminolen.

Weitere Kriege folgten, die Opfer auf beiden Seiten forderten, die aber alle von den standhaften Seminolen mit viel Einsatz bis zum letzten Blutstropfen geführt und von den Seminolen erfolgreich beendet wurden. Allein der 2. Seminolenkrieg kostete die Vereinigten Staaten 20 Millionen Dollar und 1500 Männer. Zurückgezogen in den Tiefen der Everglades überlebten noch wenige des Seminolenstammes. 1887 wurde ein Gesetz verabschieded, bei dem jeder Indianer 160 acres (65 Hektar) von ihrem eigenen Land zugeteilt bekam, der übrige Teil wurde an Weisse verkauft.

Ironischer Weise, sind alle Indianer, die lange Zeit bevor der weisse Mann kam, dieses großartige Land bewohnt haben, während des 1. Weltkrieges zu amerikanischen Staatsbürgern ernannt worden. Neue Gesetze verschafften ihnen ein besseres Leben mit finanziellen Krediten, Hilfe bei medizinischen Behandlungen und ausbildungstechnische Möglichkeiten, religiöse Freiheit und ihr wichtigstes Hab und Gut, das Leben und die Förderung ihrer indianischen Kultur.

Im Jahre 2000 haben sich bei einer staatlichen Volkszählung 12 431 Menschen als Zugehörige der Seminolen gemeldet, weitere ca. 15 000 Seminolen haben sich gemeldet, die sich mit anderen Indianerstämmen vermischt haben. Der reine Seminolenstamm in Florida zählt ca. 3000 Mitglieder, die in 8 Sippen eingeteilt sind. Der Panter-, Bär-, Hirsch-, Wind-, Vogel-, Schlange-, Otter- und der Großstadtstamm. Seit 1962 geniessen sie ihre Unabhänigkeit und verfügen über 55 000 acres (222 Quadratkilometer) Swamp Safari Land; 35 000 acres (140 Quadratkilo-meter) Land in Brighton und 600 acres (2,5 Quadratkilometer) Land in Hollywood / Florida. Seit der legalen Freigabe von Verkauf an zollfreien Tabak, Tourismus und Glücksspiel wächst ihre Wirtschaft unaufhaltsam, was im Jahre 2006 zu einem Sensationskauf der „Hard Rock Cafe“ Restaurantkette von 965 Millionen Dollar führte. Die Seminolen und Miccosukee Indianer befinden sich unter den ersten Rängen, der am produktivsten, von Indianern unterhaltenen Unternehmen, mit über einer Milliarde Einnahmen, die zu 90% aus Glückspielen resultieren.

Es ist keine leichte Aufgabe den heranwachsenden Kindern, in einer Zeit, wo Technologie und Fortschritt herrscht, die alte Kultur und den Ursprung ihrer Wurzeln nahe zu bringen und wo sich keiner mehr Gedanken um überlebenswichtige Dinge machen muss. Keiner von ihnen hat die harten Zeiten miterlebt und kennengelernt. Man kennt die alten Geschichten nur noch von den überlieferten Erzählungen der Vorfahren.

Eine Reise in die Verangenheit der Seminolen kann man im historischen Museeum unternehmen, übriggebliebene Artifakte sind dort zu bestaunen oder man nimmt teil an an einem Abend am Lagerfeuer, wobei Abenteuergeschichten aus der Vergangenheit erzählt werden und man anschliessend in einem ursprünglichen „Chickee Hut“ übernachten kann. Wer sich lieber die Everglades, diese wunderbare Landschaft anschauen möchte, kann an einer Swamp Buggy- oder Airboattour teilnehmen.
Werden Sie Zeuge eines unglaublichen Ökosystems, fern jeder Zivilisation in abgelegener einzigartiger Schönheit mit reichlicher Tierwelt ausgestattet. Lassen Sie sich dieses einmalige Naturschutzgebiet, dessen Natürlichkeit von den Seminolen bis in die heutige Zeit ehrfürchtig verteidigt und bewahrt wurde, nicht entgehen.

Jedes Jahr im Februar wird der letzte Krieg der Seminole Indianer gegen die Amerikaer in den Everglades nachgestellt. Ein einmaliges Ereignis, das Sie sich nicht entgehen lassen sollten, Informationen finden Sie auf der Webseite
www.semtribe.com 

Wir haben diese Informationen anlässlich eines Interviews mit Moses Jumper, vom Stamm der „Schlange“ erhalten und danken ihm dafür. Sho-na-bish! (Danke!)

Text und Fotos:
Dr. Jürgen Hartwich,
International Business Organization
www.ibofl.org